Bolivar Royal Corona - Liebeserklärung an eine Freiheitskämpferin

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Jun 26 2017

Bolivar Royal Corona – Liebeserklärung an eine Freiheitskämpferin

„Die drei langweiligsten Figuren, die ich kenne, sind Christus, Don Quichote und ich gewesen.“.

Kein Geringerer als  Simón Bolivar war es, der diesen Satz einst schrieb. Nein, langweilig waren diese Drei mit Sicherheit nicht. Langeweile ist ein Gefühl, das man auch bei dem Genuss einer Zigarre, die den stolzen Namen des großen Freiheitskämpfers trägt, ganz sicher niemals spüren wird. Es ist sicher eine Liebeserklärung, das gebe ich zu. Diese Liebe hat die Royal Corona der seit 1901 bestehenden Traditionsmarke Bolivar aber auch verdient. Und das, obwohl sie einen bereits mit ihrem Namen wie eine geheimnisvolle Unbekannte zu täuschen versucht. Denn die Royal Corona ist mit ihrem Ringmaß von 50 mm und ihren 124 mm Länge eigentlich eine klassische Robusto.

JBolivar Royal Coronaa, der Zigarrenraucher ist ein Genießer. Er lebt den Geschmack, er verbindet ihn mit Erlebnissen und zieht daraus die Ruhe des Alltags. Lassen Sie uns gemeinsam einen Test wagen. Schließen Sie ihre Augen und stellen Sie sich eine Tabakplantage im Vuelta Abajo, dem weltberühmten Tabakanbaugebiet im Osten Kubas, vor. Das saftige Grün der Blätter und der zahlreichen Hügel im Hintergrund. Der lauwarme Wind, der sich in den Blättern der Palmen fängt. Na, haben Sie es vor Augen? Jetzt riechen Sie mit geschlossenen Augen an Ihrer noch nicht entzündeten Bolivar Royal Corona. Es ist tatsächlich eine kleine Reise in genau diese Traumregion. Kein Wunder, kommen doch Deckblatt, Umblatt und die Einlage aus dieser Gegend der Karibikinsel. Mit Genuss und genau der richtigen Stimmung wird Sie die Royal Corona etwa 60 Minuten vor ein Rätsel stellen: Woraus ergibt sich dieser spezielle und unglaublich vollendete Bolivar-Geschmack?

Es kommen einen Zedernholz, frischer Waldboden, Leder und Früchte im Wechselspiel in den Sinn. Gleich nach dem Entzünden der Zigarre erinnert einen der Geschmack an Karamell und Krokant. Dieser etwas süßere Geschmack geht nahezu nahtlos in einen fruchtigen über. Über die volle Zeit des Rauchgenusses aber lässt einen die Mischung aus einem frischen Waldboden, gepaart mit Leder und Zedernholz, das Bild und die Eindrücke aus dem Vuelta Abajo nicht vergessen. Ja, sie ist bei Leibe keine klassische Kubanerin, teilt aber den kräftig würzigen Hintergrund ihrer Freundinnen. Einsteigern in den Genuss des Zigarrenrauchens muss ich leider einen Wermutstropfen verraten. Sie ist für den Einstieg völlig ungeeignet. Ihre Würze und das Wechselspiel der vielen unterschiedlich intensiven Aromen überfordern den Neueinsteiger sehr leicht. Eigentlich nicht erwähnenswert, weil selbstverständlich, ist der gleichmäßige Abbrand. Sie hat einen angenehmen Zugwiederstand und ist genügsam was die Wahl des Anschnitts betrifft. Trotz ihrer Würze wird sie auch zum Ende der rund 60-minütgen Reise in den Osten Kubas nicht unangenehm. Man wird nach dieser Stunde fragen, warum Sie zwischendurch immer wieder die Augen für ein paar Sekunden geschlossen haben. Die Antwort, nämlich die kurze gedankliche Reise in den Osten der Karibikinsel, wird aber nur ein Zigarrengenießer wirklich verstehen.

Simón Bolivar, der sicher nicht langweilige Freiheitsheld vieler Länder, wäre jedenfalls stolz darauf, wenn er wüsste, dass eine solch königliche Zigarre seinen Namen trägt.

Ein kleiner Tipp zum Ende für USA-Reisende:

Bolivar Royal Corona BanderoleAuch in den USA ist die Marke Bolivar sehr beliebt. Tatsächlich hat diese Marke aber nur eines mit der in unseren Breitengraden bekannten Bolivar gemeinsam: Beide wurden ursprünglich von den Brüdern Rafael und Ramón Cifuentes gegründet. Die Beiden flohen nach der kubanischen Revolution in die Dominikanische Republik. Während ihre Traditionsmarke Bolivar auf Kuba verstaatlicht wurde und heute von Habanos S.A. in der Manufaktur Partagas produziert wird, nahmen die beiden Brüder in der Dominikanischen Republik ihre Zigarrenproduktion wieder auf und exportierten unter dem Namen Bolivar Zigarren in die USA. Auch wenn es die beiden Brüder nicht mehr gibt, so verbirgt sich bis heute hinter dem Namen Bolivar in den USA eine Zigarre aus der Dominikanischen Republik. Diese kann allerdings mit ihrer älteren kubanischen Schwester weder geschmacklich noch qualitativ mithalten. Ein Original war eben schon immer unmöglich zu kopieren.

 

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One Comment

  • Alexander Blüml 30. Juni , 2017 at 18:50

    Der Schreiber versteht was von Zigarren und Schreiben, er sollte sich überlegen ob er das Schreiben nicht Beruflich machen will.

    Weiter so.

    Reply

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